Surfen im Internet: Die Nachrichtenlage und sehr laute Weltuntergangspropheten konnten Anleger im Frühling sehr nervös machen. | © imago images / Cavan Images Foto: imago images / Cavan Images

Der Praxisfall

Geld und Ruhe bewahren

Der Fall

Ernst Wittendorf (55 Jahre alt, leitender Angestellter in einem großen deutschen Industrieunternehmen, verheiratet, zwei Kinder, Name geändert) ist sehr an der Börse interessiert. Er beschäftigt sich täglich mit der aktuellen Lage bezüglich des Corona-Virus, politischer Entscheidungen, Maßnahmen der Zentralbanken und Reaktionen der Börse.

In den vergangenen Tagen bekam er aus diversen Quellen Videobeiträge, Mails und Buchempfehlungen, deren Inhalte sich mit dem Untergang der Weltwirtschaft und daraus resultierenden Szenarien aus vergangenen Weltwirtschaftskrisen beschäftigen. Bisher hat Herr Wittendorf sein Depot selbst gemanagt und recht klassisch zu 30 Prozent in Aktien, 50 Prozent in Festzinsanlagen und 10 Prozent in Gold investiert.

Die Liquidität beträgt 10 Prozent des Gesamtvermögens. Nachdem er die Videos gesehen hatte, rief er ganz aufgeregt an und fragte, ob er noch sinnvoll aufgestellt sei, ob jetzt der Weltuntergang bevorstehe und ob er dringend neue Anlageentscheidungen treffen müsse.

Illustration: Katemangostar/Freepik

Anmerkung: DAS INVESTMENT weist darauf hin, dass hier stark vereinfachte Modellfälle dargestellt sind. Sie sollen Anhaltspunkte liefern, können aber eine umfassende und sorgfältige Beratung nicht ersetzen.

Der Vorschlag

So viel Vorweg: Es wurde ein sehr langes Gespräch von ungefähr vier Stunden, zu dem Ernst Wittendorf sehr aufgeregt, ja fast panisch erschien. Das bestehende Depot war typisch für den deutschen Anleger: Ein paar Einzelaktien (Telekom, Siemens, Daimler, Allianz), diverse Aktien-, Renten- und Mischfonds, aus der Neuzeit ein paar Indexfonds (ETFs) und Xetra-Gold. Die Lebensumstände waren geregelt (Familie, Haus, ein kleiner Kredit, zwei Lebensversicherungen).

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