Leitet im Portfoliomanagement von Union Investment die Abteilung Relative Return des Bereiches Multi Asset: Max Holzer. | © Union Investment Foto: Union Investment

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Diese Metalle sind in der Corona-Krise besonders gefragt

Das Marktumfeld kommt Industrie- und Edelmetallen entgegen. Unsere Analyse zeigt, wo sich noch Marktchancen bieten. Lockerungen sind das große Thema. Die einen wollen mehr, die anderen weniger. Auf die Industriemetalle jedenfalls wirken sie sehr positiv – wie die aktuell steigenden Preise bei Nickel, Zink oder Kupfer zeigen.

Durch die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie und wegen des ökonomischen Stillstands kamen in den vergangenen Wochen vielerorts die Notierungen unter Druck. Wo nichts produziert und gebaut wird, braucht man auch keine Industriemetalle. Knappes Angebot und Erholung in China Insbesondere die wirtschaftliche Erholung in China wirkt derzeit positiv auf die Industriemetalle.

Das Reich der Mitte, das als erstes von der Epidemie betroffen war und drastische Eindämmungsmaßnahmen beschloss, ist mittlerweile in der Pandemie-Bekämpfung den anderen Ländern voraus. China begann bereits vor einigen Wochen, die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder hochzufahren. Damit kehrt nach und nach der größte Nachfrager an den Markt zurück.

China ist für die Hälfte des globalen Industriemetallverbrauchs verantwortlich. Darüber hinaus helfen die von der dortigen Regierung beschlossenen oder in Aussicht gestellten Stimulus-Programme. Durch zusätzliche Infrastruktur-Maßnahmen wird vor allem die Nachfrage nach Kupfer und Aluminium weiter steigen.

Auch die schrittweisen Lockerungen und die damit verbundenen Hoffnungen auf eine ökonomische Erholung in anderen Ländern dürften die Industriemetalle unterstützen. Klar ist aber auch: Es sind bislang nur erste Fortschritte in der Bekämpfung der Pandemie sichtbar. Überstanden ist sie noch nicht.

Gepaart mit einem neuerlich aufgeflammten Handelsstreit zwischen China und den USA belastet dies potenziell den Markt für Industriemetalle. Gleichzeitig ist das Angebot bei vielen Industriemetallen knapp. Das sollte den Preisen Auftrieb geben. Beispielsweise mussten große Kupferproduzenten in Chile und Peru ihre Minen im Rahmen der Lockdowns vorübergehend schließen.

Bei anderen Metallen wie Nickel und Zink war das schon vor Corona der Fall, denn die Produzenten konnten bei den niedrigen Preisen nicht mehr kostendeckend arbeiten. Die Pandemie hat die Situation noch verschärft.

Quelle: Union Investment

In den kommenden Monaten dürften das knappe Angebot und die wirtschaftliche Erholung Chinas die Preise unterstützen. Wir rechnen mit einem Preisanstieg von 15 bis 20 Prozent bei Industriemetallen. Anleger sollten aber differenzieren: Innerhalb des Sektors bevorzugen wir Nickel und Kupfer, sie sind im Bereich der Erneuerbaren Energien und bei Infrastrukturprojekten gefragt.

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