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Globale Anleihen- und Aktienmärkte

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Labormedizinerin Foto: imago images / Westend61
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Investieren in medizinische Fortschritte

Biotech-Innovationen erschließen riesige Märkte

Evan McCulloch, Franklin Equity Group

Das erste Quartal 2021 war für Anleger in der Biotechnologie-Branche alles andere als erfreulich: Mit dem Ausverkauf im März vollzogen die Kurse eine scharfe Kehrtwende von den Rekordhochs im Februar. Nachdem das Tempo der Impfkampagnen weltweit zunimmt, erwarten die Anleger einen globalen Konjunkturaufschwung. Im Biotech-Sektor angelegte Gelder werden daher zum Teil umgeschichtet in zyklische Aktien wie Finanz- und Energietitel sowie weitere Werte, die sich nach der Pandemie rasch erholen dürften. Für die Kursentwicklung der Biotech-Werte kam erschwerend hinzu, dass eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Fehlschlägen bei klinischen Studien, gesenkte Daumen der Zulassungsbehörden sowie ein Wiederaufleben der Diskussionen über Medikamentenpreise wenig dazu beitrugen, die zu Jahresbeginn gesehene Dynamik des Sektors aufrechtzuerhalten.

Dennoch: Zu Beginn des zweiten Quartals haben wir unsere Strategie trotz der Marktvolatilität der vergangenen Monate unverändert belassen. Wie stets konzentrieren wir uns bei unseren Investitionen auf Biotechnologie-Unternehmen, deren Produkte zu den besten, führenden oder einzigen ihrer Klasse gehören, bei Krankheiten mit hohem medizinischem Aufwand eingesetzt werden sowie einen hohen Nutzen für Patienten, Ärzte und Kostenträger bieten. Darüber hinaus achten wir auf die jeweilige Bewertung, die Qualität des Managements und nicht zuletzt auf die finanzielle Stabilität der Biotech-Unternehmen, die uns interessieren.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte Biotech wieder obenauf sein

Während der Sektor im Verlauf der Pandemie relativ widerstandsfähig geblieben ist, erwarten wir eine vollständige Erholung in der zweiten Hälfte dieses Jahres, sobald die Geschäftsprozesse zur Normalität zurückkehren können. Mehrere Unternehmen, die neu zugelassene Medikamente in die kommerzielle Phase überführen wollten, sahen sich aufgrund der von der Pandemie bewirkten Verwerfungen mit Absatzschwierigkeiten konfrontiert. Unternehmen mit Produkten in der klinischen Phase hingegen mussten Verzögerungen beim Start oder dem Ablauf neuer klinischer Studien hinnehmen. Doch weil die Impfkampagnen in vielen Teilen der Welt eine allmähliche Wiederaufnahme des geregelten Klinikbetriebs ermöglichen, befinden sich die klinische Entwicklung von Medikamenten und die kommerzielle Nutzung von zugelassenen Präparaten inzwischen wieder auf gutem Weg. Das kommt Biotech-Anlegern zugute: Viele Unternehmen, in die wir investieren, befinden sich im Entwicklungsstadium und sind auf die Kapitalmärkte angewiesen, um ihr Geschäftsmodell zu finanzieren. Erfreulicherweise ist der Finanzierungsmarkt für Biotech-Unternehmen nach einer kurzen Corona-bedingten Pause seit einigen Monaten wieder lebhaft in Schwung gekommen.

Hohe Medikamentenpreise in den USA bleiben ein Politikum

Die jüngste Diskussion über eine Reform der Medikamentenpreise in den USA hat viele Anleger in ihren Bedenken bestärkt und den Ausverkauf im März noch verschärft. Wir unterstützen politische Veränderungen, die die Bezahlbarkeit der Gesundheitsversorgung verbessern. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass der Gesetzgeber Maßnahmen auf den Weg bringt, die das traditionelle biopharmazeutische Geschäftsmodell dramatisch verändern. Sicherlich erhöht die Schlagkraft der Biden-Administration im Verbund mit dem von den Demokraten kontrollierten US-Kongress die Chance, in den nächsten vier Jahren von den Demokraten geprägte Gesetze zu Medikamentenpreisen zu verabschieden. Die Preisgestaltung von Medikamenten war jedoch kein vorrangiger politischer Schwerpunkt in Bidens Wahlkampf. Darüber hinaus dürfte die Diskussion weiterhin hinter den Maßnahmen zur Einhegung der Pandemie zurückstehen.

Wie geht es weiter bei Fusionen und Übernahmen?

Fusionen und Übernahmen (M&A), die auch Anfang 2021 zu beobachten waren, bleiben ein wichtiger Treiber für den Sektor. Wir erwarten eine weitere Konsolidierung angesichts der regen und robusten Innovationstätigkeit zahlreicher kleiner und mittelgroßer Biotech-Unternehmen, die nicht zuletzt angeschoben wird von reduzierten Produktpipelines bei zugleich starker Finanzkraft der großen Biopharmakonzerne.

Gute langfristige Perspektiven für den Biotech-Sektor

Obwohl derzeit definitiv eine herausfordernde Zeit für die Biotech- und Pharmaindustrie ist, dürfte die Welt über kurz oder lang aus der Pandemie herausfinden. In der EU sind mittlerweile vier Impfstoffe zugelassen, die eine Infektion hochwirksam verhindern, und für drei weitere wurde schon ein Teil der Zulassungsunterlagen eingereicht. Diese Impfstoffe werden bereits weltweit verabreicht und die Hersteller dürften ihre Produktionskapazitäten in den nächsten Monaten weiter ausbauen. Daher sind wir zuversichtlich, dass eine ausreichende Anzahl von Dosen zur Verfügung stehen wird, um die Nachfrage zu decken. Unsere langfristige Sicht auf den Biotech-Sektor, die mit sehr vielen Chancen verbunden ist, bleibt daher unverändert.

Innovationen und neuartige Therapien auf dem Weg

Auf längere Sicht sind wir insbesondere begeistert von der Vielzahl an Innovationen, die ins Haus stehen. Das gilt insbesondere für die jüngsten Fortschritte in den Bereichen Gentherapie und Genom-Editierung (ein Sammelbegriff für molekularbiologische Techniken zur zielgerichteten Veränderung von DNA), Immuno-Onkologie und Präzisions-Onkologie. Wir sind ermutigt durch neuartige Therapien zur Behandlung von weitverbreiteten Krankheiten, darunter Alzheimer, andere neurodegenerative Krankheiten und Autoimmunerkrankungen.

Wir sehen zudem vielversprechende Entwicklungen bei der Behandlung seltener Krankheiten. Auch hier eröffnet die Digitalisierung bislang ungeahnte Möglichkeiten: Gefördert wird die medizinische Forschung durch rechnergestützte Modellierungslösungen zur Entdeckung hochwertiger, neuartiger Moleküle für Therapeutika.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Unterlagen sollen ausschließlich allgemeinem Interesse dienen und sind nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer Anlagestrategie zu verstehen. Sie stellen auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen, Aussagen und Analysen geben die aktuelle Einschätzung zum Erscheinungsdatum (oder in einigen Fällen zu einem bestimmten Datum) wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die vorliegenden Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region oder einen Markt dar.

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