„Sell in May“ ist nicht okay Welche fünf Monate die bessere Aktienpause sind

„Tanz in den Mai, Aufschwung vorbei“, so könnte man das alte Sprichwort auch mal interpretieren. Denn eigentlich lautet es „Sell in May and go away“ und besagt nichts anderes, als dass man Ende April Aktienbestände besser abstößt. Denn im Sommer kommt nicht mehr viel hinzu. Aber dann: „But remember to come back in September.“ Also im Herbst wieder einsteigen.

Aber stimmt das überhaupt? Der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend (ISIN: LU1499563440), Sven Lehmann, betätigt sich als Legendentöter und klopft die Börsenregel für die vergangenen Jahrzehnte ab. Darüber hinaus prüft er, ob nicht ein paar andere Monate besser für eine Aktienpause geeignet wären.

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Lehmann nahm den S&P 500 Performanceindex seit dem Jahr 1872 und ermittelte, in welchen Monaten es auf- und in welchen es abwärts ging. Dann rechnete er aus, wie die Börsenweisheit gegriffen hätte.

Seine Erkenntnisse im Überblick:

  • Grundsätzlich trifft die Börsenregel zu. In den vergangenen 150 Jahren brachten September und Mai keine Rendite, sondern nur erhöhtes Risiko
  • War man von Mai bis September nicht investiert, hätte die Wertentwicklung bei 6,3 Prozent im Jahr gelegen.
  • Vergleicht man das mit allen anderen zwölf Fünf-Monats-Pausen, kommt der Zeitraum von Mai bis September immerhin auf Platz 2
  • Aus Renditesicht wäre es aber noch besser gewesen, die fünf Monate von Februar bis Juni auszulassen. Dann hätte die Rendite 6,5 Prozent im Jahr betragen
  • Schlechter wäre es gewesen, auf „but remember to come back in September or better November“ zu setzen. Dann wären nur 4,6 Prozent im Jahr herausgekommen
  • Am besten wäre es allerdings gewesen, gar nicht zu verkaufen. Über den gesamten Zeitraum lag die Wertentwicklung bei 9,2 Prozent

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